Eine Oase unterhalb Jerusalems
Jericho liegt tief im Jordantal nahe dem Toten Meer. Wasser war seine entscheidende Lebensgrundlage. Quellen, Kanäle, Aquädukte und beständige Arbeit ermöglichten in einer sonst trockenen Gegend intensiven Anbau. Josephus, Strabon und Plinius verbinden den Bezirk mit Palmen, Balsam und wertvollen Erzeugnissen. Ihre Berichte unterscheiden sich nach Zeit und Absicht, beschreiben aber zusammen mit der Archäologie einen Wohlstand, der durch gelenktes Wasser und menschliche Arbeit entstand.
Königliche Anlagen und alltägliche Arbeit
Das Jericho des ersten Jahrhunderts war mehr als der alte Siedlungshügel Tell es Sultan. Südwestlich davon ließen hasmonäische und herodianische Herrscher nahe dem Wadi Qelt Paläste, Gärten, Becken und landwirtschaftliche Güter anlegen. Diese Überreste bezeugen den Reichtum der Eliten, nicht ein königliches Leben für die ganze Stadt. Felder brauchten Arbeiter, Kanäle mussten gepflegt, Ernten getragen und wertvolle Waren gelagert, verwaltet und besteuert werden.
Eine Stadt der Wege und Begegnungen
Jericho lag am Beginn des Aufstiegs nach Jerusalem, das mehr als tausend Meter über dem Talboden liegt. Der anspruchsvolle Weg trug Pilger, Händler, Beamte, Tiere und Vorräte. Die Evangelien stellen blinde Bettler, Menschenmengen und Zachäus in diese Welt von Bewegung, Armut, Reichtum und Abgaben. Die Straße ist nicht nur Hintergrund. Auf ihr werden Stimmen hörbar, sammeln sich Menschen und gewinnt der letzte Weg nach Jerusalem an Dringlichkeit.
Geschichte und Vorstellungskraft
Die Evangelien verorten die Begegnung mit dem reichen Vorsteher nicht ausdrücklich in Jericho. Lukas erzählt sie, bevor Jesus sich der Stadt nähert. Markus fügt weitere Lehre ein, bevor er Jericho nennt. Ein Roman darf die Oase mit ihrer Landwirtschaft, Hierarchie und ihrem Verkehr als bedeutungsvollen Schauplatz wählen. Das bleibt eine literarische Entscheidung. Quellen, Güter, Straße und Aufstieg gehören zur Geschichte. Kindheit, Haushalt, Handel und innere Beweggründe des Vorstehers gehören zur Fiktion.
Quellen und weiterführende Lektüre
- Source 1, penelope.uchicago.edu
- Source 2, perseus.tufts.edu
- Source 3, attalus.org
- Source 4, archaeology.huji.ac.il
- Source 5, israelexplorationsociety.com
- Source 6, lisa.biu.ac.il
- Source 7, bible.usccb.org
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- Source 10, ruj.uj.edu.pl
- Source 11, link.springer.com
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- Source 14, library.biblicalarchaeology.org
- Source 15, cambridge.org